1947 - Generalbebauungsplan

1947 sah man zwar die Chance, im kriegszerstörten Hamburg für Verkehrswege neue Linien abzustecken. Von einer zu weitgehenden Abweichung von bisherigen Linienführungen wollte man aber absehen, denn zerstört waren zwar die Häuser, nicht aber die unter dem Straßenpflaster liegende Infrastruktur. Diese konnte man weiterhin nutzen und musste es aus Kostengründen natürlich auch. So konnte der Bau neuer Durchbruchstraßen und eine veränderte Verkehrsführung immer nur Ausnahme bleiben. Da war man bescheidener geworden als noch im Plan von 1944.

Bevor es ohnehin an den Bau neuer Linien gehen konnte, war der Aufbau bestehender Linien erste Priorität. Die Linie nach Rothenburgsort (grün gezeichnet) wurde aufgegeben. Ihr Material konnte zum Aufbau des Ostteiles der RING-Linie (blau gezeichnet) zwischen Barmbek und Berliner Tor verwendet werden, die vom Berliner Tor bis Mundsburg erst am 01.07.1949 und bis Barmbek am 01.07.1950 wieder eröffnet werden konnte. Eine 1947 noch mögliche gestrecktere Führung der Linie von Mundsburg direkt zum Hauptbahnhof wurde nicht in Angriff genommen, denn sie hätte unterirdisch durch das weniger zerstörte St. Georg (z.B. Lange Reihe) geführt werden müssen. 

Basis der Darstellung ist eine allerdings sehr kleinformatige Abbildung des Generalbebauungsplanes von 1947 in einem vom damaligen Bausenator Paul Nevermann eingeleitetem Sammelband über die aktuelle "Stadtplanung in Hamburg". So sind Details der geplanten U-Bahn-Linien in der Innenstadt kaum identifizierbar. Man erkennt jedoch als Rückgrat neuer Hochbahn-Linien zwei West-Ost-Innenstadtmagistralen, nämlich Bahrenfeld - Wandsbek und Eimsbüttel - Billstedt. Dabei mutet der Anschluss der Linie über die Rothenbaumchaussee nach Osten über Meßberg eher systemfremd an.


farblich markierte Kopie der Verkehrsplanes zum Generalbebauungsplan von 1947
aus "Stadtplanung in Hamburg",  Phönix Verlag Christen & Co, Hamburg 1947
blau = vorhanden, orange = so oder ähnlich realisiert, rotlila = nicht realisiert,  grün = zusätzlich realisiert

Von der Strecke nach Niendorf ist keine Rede mehr. Nach Bramfeld gab es 1947 ja noch nicht einmal eine Straßenbahn. Erst 1948 wurde dorthin die [9] eröffnet. Auch die zentrale Hochbahnstation "Barkhof" (jetzt Mönckebergstr.) war noch kriegszerstört und wurde bis 1950 durchfahren.

Immerhin behielt man noch den Alsterhalbring in der Planung. Einerseits schloss er das ja erst seit 10 Jahren zu Hamburg gehörende Altona besser an die Stadt an und andererseits bot er die nötige Verbindung von rechtem zu linkem Alsterufer unter Umgehung der City und mit Umsteigen den Anschluss von Winterhude-Süd.