Straßenbahnlinien am Knotenpunkt Dammtor und Stephansplatz


Linie [2] am Dammtorbahnhof  (Photo vom 26.06.1977 - Hans Rehders)


Zug des Grindelring in der Dammtorstr. (Kreisscheibe als Dachzeichen - 1894 bis 1900). Noch liegt hier der Dammtorbahnhof rechts in Richtung Esplanade und der Dammtordamm zielt über die Eisenbahn hinweg in Richtung Rothenbaumchaussee. Als 1903 der heutige Dammtorbahnhof errichtet wurde, wurde der Dammtordamm so verlegt, dass er unter der Bahn hindurch wie jetzt noch in Richtung Mittelweg führte.
(Kongressbibliothek Washington, Photosammlung, Ref. Nr. 00404)

Bald nachdem 1866 der Bahnhof Dammtor und die Verbindungsbahn Hambug - Altona gebaut wurden, kam auch am 05.09.1868 eine Pferdebahn der PEG nach Eimsbüttel in Betrieb, später Linie [11]. Ihre Route ging ab Rathausmarkt - Ferdinandstr - Lombardsbrücke - Esplanade - Grindelallee Beim Schlump und Schäferkampsallee zum Eimsbüttler Markt (rote Linie auf der Graphik). Am 05.05.1870 kam eine abzweigende Linie über Grindelberg und Hoheluftchaussee zum Grenzhaus Hoheluft hinzu (bei der Martinistr.).

Ab 22.07.1880 begann am Stephansplatz eine Linie der SEG über Rothenbaumchaussee nach Eppendorf (der spätere Alsterring), die 13.08.1880 über die Lombardsbrücke bis zum Pferdemarkt (G.-Hauptmann-Pl.) verlängert wurde. Seitdem fuhr auch eine Pferdebahn alle 2 Stunden über Rothenbaumchaussee nach Ohlsdorf.

Am 18.06.1881 kam der Ring um die innere Stadt in Betrieb (später Linie [26]) und am 02.08.1881 wurde eine Linie über den Mittelweg gebaut. Ursprünglich geplant sollte sie über Alsterglacis laufen, ging dann aber doch über Dammtordamm, denn die Ohlsdorfer Linie, die Linie über Rothenbaumchaussee und die über den Mittelweg wurden über die Dammtorstr. vorerst zum Gänsemarkt geleitet. Ab 01.05.1882 fuhren die Ohlsdorfer Wagen die kürzere Strecke über Mittelweg statt Rothenbaumchaussee und Eppendorf, bis sie ab 04.06.1883 in Winterhude endeten und nicht mehr zur Stadt durchliefen.

Ab 01.10.1883 wurde die Gänsemarkt-Strecke bis Rathausmarkt verlängert und 01.12.1882 auch die Eimsbüttler und Hohelufter Linie zum Rathausmarkt über Dammtorstr. geführt statt über Lombardsbrücke und Ferdinandstr.. Gleichzeitig erhielt die Eimsbüttler Linie eine abgekürzte Führung über An der Verbindungsbahn und Schröderstiftstr.

Die kurze Strecke über Beim Schlump, die bisher die [11] bediente, wurde einige Zeit durch eine Zweiglinie der [2] betrieben.

Am 19.12.1885 kam mit der späteren [10] eine weitere Linie nach Eimsbüttel über Sternschanze und Jungiusstr hinzu. Zuerst fuhr sie mit auslenkbaren Wagen von der Ringstr (G-.Fock-Wall) ohne Weichen in die Dammtorstr und weiter bis zur Katharinenkirche, ab 08.12.1891 aber über Lombardsbrücke zum Pferdemarkt.

Vom 01.06.1889 bis 07.10.1889 richtete man eine Ausstellungs-Sonderlinie von der Feldstr. über Lombardsbrücke zur Angerstr. ein.

Nachdem am 03.10.1891 die kurze Stichlinie über Beim Schlump (ehemalige Strecke der [11]) in eine neue Linie nach St. Pauli eingebunden wurde (später [23]) wurde zum Ersatz am 01.11.1891 der "Grindelring" eingerichtet. Vom Rathausmarkt fuhr er über Grindelallee - Grindelberg - Isestr - Eppendorfer Baum und Rothenbaumchaussee in beiden Richtungen.

Linie [26] wurde am 05.03.1894 elektrifiziert, die [10] folgte am 13.05.1894 und der Grindelring mit der [2] bis Hoheluft-Grenzhaus und der [18] bis Eppendorfer Markt am 02.11.1894. Linie [11] folgte am 21.01.1895 (rote und blaue Linien). Nur die [19] musste bis 23.10.1895 auf den Strom warten und ab 18.12.1895 kam eine neue elektrische Linie [8] in Betrieb von Barmbek über Lombardsbrücke um die Innenstadt herum nach St. Pauli. So waren beim Stephansplatz und Dammtor die Linien ziemlich früh alle auf elektrischen Betrieb umgestellt.  

Wieder kamen am 01.05.1897 Ausstellungs-Sonderlinien in Betrieb. Über Esplanade und Lombardsbrücke liefen vom Sievekingsplatz jeweils eine nachmittags nach Mundsburg und ganztägig zur Lübecker Str. Die nach Mundsburg wurde am 30.09.1897 eingestellt, aber die zur Lübecker Str. wurde beibehalten und ab 05.10.1897 an beiden Enden verlängert. Daraus entstand Linie [3].

Ab 18.04.1900 wurde die Verstärkerlinie zur [9] verlängert mit dem verschnörkeltem Linienweg Mundsburg - Steindamm - Lombardsbrücke - Sievekingsplatz - Karolinenstr - Grindelhof - Alsterchaussee. Hier sehen wir den Vorläufer der [20].

Damit der Jungfernstieg umgebaut werden konnte, fuhren ab August 1900 die Gänsemarkt-Linien über Lombardsbrücke und Ferdinandstr zum Rathausmarkt. Ab 03.09.1900 war es dann so weit. Die neue Strecke über Jungfernstieg stand bereit für die Fahrt zum Gänsemarkt und durch die Poststr. ging es nur noch zum Rathausmarkt. Der Grindelring wurde durch die verlängerten Linien [1] und [17] abgelöst. Auch Linie [2] wurde bis Wandsbek verlängert und [18] und [19] zu den Alsterringen am Rathausmarkt durchgebunden. Diese Linien hatten jetzt auch ihre Liniennummern erhalten.

Ab 16.11.1900 bekam auch Linie [20] sowohl ihre Liniennummer als auch ihre neue Führung zum Eppendorfer Krankenhaus und als Direktverbindung Grindel <-> Steindamm.

Das Jahr 1903 sah dann den Bau des neuen Dammtorbahnhofs. Die Straße führte jetzt unter der Eisenbahn hindurch, statt sie wie bisher zu überbrücken. Außerdem zielte der Dammtordamm jetzt in Richtung Mittelweg statt wie bisher zur Rothenbaumchaussee.

Am 19.05.1905 wurden einige Linien geändert. Auch die [1] und [17] bedienten nicht mehr die Grindelring-Schleife, sondern die [1] endete statt der [20] am Eppendorfer Krankenhaus und die [17] vorerst am Eppendorfer Baum. Linie [20] wurde als Verstärker der [2] verlagert nach Hoheluft-Grenzhaus. Die Ohlsdorfer Linie [28] wurde über Mittelweg bis Rathausmarkt verlängert.

Ab 01.11.1906 richtete man einige mit Buchstaben bezeichnete Verstärker ein. Die [L] (wie Lombardsbrücke) folgte dabei der Linie [8] und die [U] (wie Uhlenhorst) der Linie 11 von Eimsbüttel sowie der [18] und [19] über Uhlenhorst zum Mühlenkamp. Ab September 1907 kam noch eine von Hagenbeck kommende Linie [T] (wie Tierpark) hinzu, die am Sonntagnachmittag die [11] ab Christuskirche bis Rathausmarkt begleitete.

Vom 29.10.1908 bis 11.12.1908 fuhr sogar kurzfristig ein Verstärker [R] (wie Rothenbaumchaussee) vom Hauptbahnhof über Lombardsbrücke und Rothenbaumchaussee nach Eppendorf. Auch wenn dieser Service sich offenbar nicht bewährte, so fuhr doch Linie [T]  ab 01.02.1909 werktags wie sonntags wie eine normale Linie.

Ab 25.07.1909 wurde die ehemalige HAT-Linie [16] über Schulterblatt nach Hoheluft eingestellt, da die verlängerte [9] den Service übernahm. Bald darauf soll die Linie [T] dann die jetzt freie Nummer [16] erhalten haben. So fuhren jetzt 8 Linien durch die Dammtorstr. (rote Linien auf der Graphik) und durch jeder der vier anschließenden Strecken in die Vororte 2 Linien in Richtung Eimsbüttel, Hoheluft, Eppendorf und Winterhude.

Ab 18.03.1910 bediente die [1] mit der [4] die Mönckebergstr. Da es von dort am Rathausmarkt noch keine Gleisverbindung zum Gänsemarkt gab, tauschten [1] und [6] ihre westlichen Linienwege. Am 14.12.1910 tauschten ebenso [13] und [17] ihre Westenden, so dass jetzt die [13] über Rothenbaumchausse nach Gr. Borstel gelangte.

Ab 11.04.1910 verschwand aber die Liniennummer [16] kurzfristig. Sie wurde wegen Baumaßnahmen in Eimsbüttel auf dem Weg der [10] umgeleitet und in dieser Zeit als [10] betrieben. Da von der Ringstr (G.-Fock-Wall) in die Dammtorstr immer noch keine Weichenverbindung war, endete sie bis 14.12.1910 am Pferdemarkt (G.-Hauptmann-Pl.) und fuhr über Lombardsbrücke. Danach nahm sie ihren gewohnten Weg über Dammtor wieder auf. Außerdem verstärkte kurzfristig eine [P] als Ersatz für die [11] über Lappenbergsallee vom 05.06.1910 bis 31.10.1910 über Lombardsbrücke und Sievekingsplatz

Als letzte der 40 Linien der SEG kam am 28.04.1914 die [36] in Betrieb als oberirdische Kurzverbindung der Hochbahn-Zweigstrecken nach Eimsbüttel und Rothenburgsort über Dammtor und Lombardsbrücke.

Die Inflation führte in Hamburg wie in anderen Städten zur Verkehrseinschränkung bei der Straßenbahn. Linie [11] rückte nicht auf die Strecke vom 17.10.1922 bis 14.10.1924, Linie [10] pausierte vom 07.10.1923 bis 12.03.1924 und die [28] fuhr nicht über Mittelweg vom 17.10.1922 bis 14.02.1924 (zuerst nur wieder in der HVZ).

Auch auf der [20] gab es seit 01.01.1923 sonntags keinen Betrieb mehr, ab "Oktober" 1923 nur noch in der HVZ. Dafür kam aber ab 12.03.1924 eine neue Verstärkerlinie [15] in Betrieb (werktags ohne Vormittag, sonntags nur nachmittags) vom Hohenzollernring über Lombardsbrücke bis zur ihr bekannten Endstelle am Goldbekplatz, ab 26.05.1925 dann aber in Wilhelmsburg endend.

Ab 14.01.1925 verstärkte eine Sonderlinie [18], später [118] ab Martinistr und über Rothenbaumchaussee und Lombardsbrücke in Richtung Messberg. Ab 18.02.1925 fuhr diese Linie sowie die [20] und [36] morgens eine neue eingleisige Strecke über Alsterglacis zur Lombardsbrücke, um den aufkommenden Kfz-Verkehr am Stephansplatz nicht durch das Linksabbiegen zu stören. In dieser Zeit wurden in Hamburg auch verstärkt Einbahnstraßen eingerichtet.

Am 26.05.1925, dem Zeitpunkt einer Reihe von Linienänderungen, wurde die [13] zur Unterstützung der [31] zur Gr. Bergstr verlagert und die [2] in zwei Linien aufgesplittet: Die [2] von Hoheluft bis Jüthorn und die [22] von Schnelsen bis Mönckebergstr., Schleife Lange Mühren. Die [19] agierte zwar noch auf dem Mittelweg, fuhr aber nicht mehr den kleinen Alsterring, sondern wie bis 1900 nur zur Cäcilienstr - war also jetzt zum Verstärker der [28] herabgestuft worden.  

Was sich schon andeutete - Linie [19] wurde am 01.04.1926 eingestellt. Dafür kam am 01.11.1926 für die [16] die kürzere Strecke über die Bundesstr. in Betrieb. Am gleichen Tag wurde die [18] über Grindelallee umgeleitet, die [118] eingestellt und eine Linie [R] fuhr die Rothenbaumchaussee hoch bis Hallerstraße. Grund war der beginnende Bau der "Kell-Jung"-Hochbahnstrecke.

Früh im Jahre 1927, am 18.01., wurde Linie [20] eingestellt, die Strecke über Alsterglacis aufgegeben und die [36] verlegt über Karolinenstr - Jungiusstr und G.-Fock-Wall. Am 01.03.1927 verlängerte die HHA die [33] bis zum Sievekingsplatz, dort startete sie jetzt Richtung Harburg.

Ab 15.09.1927 wurde der südliche Teil der Rothenbaumchaussee gesperrt, die [R] fuhr seitdem über Mittelweg. Ab 05.12.1927 nahm die [18] selbst den Weg über Mittelweg, Ersatzlinie [R] wurde eingestellt. Am 01.02.1928 kehrte dann die [18] in voller Länge auf die Rothenbaumchaussee zurück.

1929 dann zwei Änderungen: Linie [6] und Linie [8] tauschten ihre Westäste, so dass die [6] jetzt den Wallring befuhr und die [8] über Grindelallee nach Gr. Borstel. Ab 27.09.1929 wurde die [10] versuchsweise über Sievekingsplatz, Feldstr. und Schanzenstr.umgeleitet.

In dieser Zeit sieht man nur Linienbündel von der Dammtorstr in die Vororte (rote Linien) und über den Wallring (blaue Linien). Am Stephansplatz abbiegende Linien gab es jetzt nicht mehr. 

Linie [10] kehrte ab 02.01.1930 auf ihre angestammte Route über Jungiusstr. zurück.

Die Wirtschaftskrise 1932 wirkte sich mit Betriebeinschränkungen aus. Ab 01.04.1932 wurde Linie [15] eingestellt, ab 01.11.1932 agierte die [2] "spät" nur noch Wandsbek-Markt - Jüthorn, die [10] werktag abends nicht mehr und die verlängerte [33] ersetzte die eingestellte [36] in Richtung Langenfelde.

Ab 1935 gab es Betriebseinschränkungen für die Linien [2] und [3] zu bestimmten Tageszeiten. Ab 20.10.1936 wurde Linie [10] nur noch werktags in der HVZ betrieben. Die [20] zum Flughafen wurde eingestellt und die [28] fuhr abwechselnd zum Flughafen oder nach Ohlsdorf. Dagegen begann die [33] ab diesem Tag den Nachtservice von St. Pauli bis Rönneburg. 

1937 wurde der Service der [2] immer mehr zurück geschraubt. Auch die [10] wurde ab 27.04.1937 ganz eingestellt, bis Herbst sollen aber noch einige Züge als [10rot] in der HVZ gefahren sein

Der 17.10.1937 sah den Nachtbetrieb auch der Linie [22] und die Verlagerung der [3] zu den Landungsbrücken als Endpunkt. So waren die Lombardsbrücken-Linien ziemlich ausgedünnt worden.

Ab 18.10.1938 fuhr Linie [11] nur noch werktags in der HVZ. Die Strecke über An der Verbindungsbahn war ansonsten ohne Betrieb. So traf die Ausdünnung des Verkehrs seltsamerweise zuerst die ersten vor dem Dammtor fahrenden Linien [2] und [11].

Die ersten Kriegsmonate änderte sich nicht viel am Dammtor und Stephansplatz. Dann wurde am 10.04.1940 die Linie [11] eingestellt, die [28] fuhr auch nachts und eine Nachtlinie [W] verkehrte von Eidelstedt über Feldstr und Lombardsbrücke zur Süderstr.

Etwas ein Jahr später, am 06.05.1941, wurde die [26] abends nicht mehr betrieben und vermutlich ab 07.10.1941 die [2] eingestellt. Im Mai und August 1941 wurde Linie [24] kurzfristig wegen Bombenschäden über Gänsemarkt zur Grindelallee geführt statt wie sonst über Karolinenstr. Andererseits wurde die [33] dann über Karolinenstr. umgeleitet.

Am 05.05.1942 wurde die [22] nachts [X] genannt und die [28] hieß [Z]. Die nächtliche [33] als [V] fuhr jetzt über Steinwege und Mönckenbergstr..

Linie [26] - im Betrieb mehr und mehr ausgedünnt - wurde per 27.10.1942 eingestellt. Ab 19.04.1943 gab es auch keinen Nachtservice mehr, dafür gab es einen späteren Betriebsschluß. Linie [6] fuhr spätabends durch die Steinwege und Mönckebergstr statt über Lombardsbrücke und ab 23.04.1943 die [33] "spät" über Karolinenstr,. 

Mit den Bombardierungen endete am 25.07.1943 der Straßenbahnbetrieb vorerst am Dammtor und Stephansplatz.  

Durch die relativ unzerstörte Rothenbaumchaussee kam die [18] von Dammtor bis Eppendorf ab 15.08.1943 zuerst wieder in Betrieb. Ab 28.08.1943 konnte sie über die Lombardsbrücke bis zum Hauptbahnhof verlängert werden. Am 03.09.1943 folgten die Linien [6] von St. Pauli und [12] von Bahrenfeld über den G.-Fock-Wall zum Hauptbahnhof. Auch die [28] konnte ab Cäcilienstr wieder den Mittelweg entlang fahren und sie steuerte ebenfalls den Hauptbahnhof an.

Am 14.09.1943 kamen die [16] und [33] wieder in Betrieb, beide über Osterstr und Bundesstr und ab Lutterothstr bzw. Langenfelde, ab 29.09.1943 auch wieder von Hagenbecks Tierpark bzw. Eidelstedt. Auch am 29.09.1943 konnte die [18] ab Winterhuder Markt auf der Strecke der [28] zum Flughafen verlängert werden.

Linie [22] hatte die Schnelsener Strecke schon nördlich Hoheluft angeschlossen, ab 02.10.1943 kam sie verlängert über Rothenbaumchaussee und Lombardsbrücke zum Hauptbahnhof. Die Grindelallee war unpassierbar, so dass dieser Umweg gefahren wurde.

Am 09.10.1943 konnten dann die Linien [16], [18], [22] und [28] wieder über Dammtorstr und Gänsemarkt zum Rathausmarkt gelangen. Linie [33] blieb aber bei der Route über Lombardsbrücke. Der Weg über Amsinkstr war noch nicht wieder gangbar, aber am Berliner Tor erreichte diese [33] eine Linie mit gleicher Nummer, die von Mundsburg über Heidenkampsweg nach Harburg fuhr.

 Nach Angriffen am 18.06.1944 war die Innenstadt wieder gesperrt, so dass ab 20.06.1944 über Lombardsbrücke gefahren wurde. Ab 22.06.1944 wurde die [6] eingespart und eine [22rot] und die [31] von Billstedt wurden über ihre Route nach St. Pauli geführt. Bis 29.06.1944 endete die [28] am Dammtor. Ab 01.07.1944 konnte die Dammtorstr dann wieder befahren werden und die Linien [16], [18] und [22] über Hermannstr durch die Stadt geleitet werden. Ab 28.07.1944 kam auch Linie [6] wieder in Betrieb.

Neue Angriffe im August 1944 zwangen ab 01.08.1944 zur vorübergehenden Einstellung der [16] und [33]. Doch am 10.08.1944 kam die [33] wieder und am 20.08.1944 die [16].

Im Oktober 1944 war vom 01. bis 05. die [12] und vom 01. bis 04. die [6] ohne Betrieb. Angriffe am Sylvester 1944 zwangen die [16], [18] und [22] wieder über Lombardsbrücke, da die Innenstadt unpassierbar war. Nur die [28] konnte ihre Kehre am Rathausmarkt erreichen.

So stellte sich denn der Betrieb nach der Kapitulation ab 16.05.1945 dar mit den Hauptlinien über Lombardsbrücke und nur der bis Rathausmarkt in die Innenstadt fahrenden Linie [28]. Nun konnte man natürlich hoffen, dass die Strecken, die man repariert hatte, nicht sogleich wieder zerstört werden würden.

Ab 16.07.1945 konnten die Linien [16], [18] und [22] wieder durch die Hermannstr fahren und ab 06.11.1945 auch wieder durch die Mönckebergstr. Auch die [6] konnte verlängert werden, ab 21.07.1945 bis Nobistor und ab 21.01.1946 verbunden mit der Strecke Mundsburg - Ohlsdorf. Auch die [22] kehrte am 21.01.1946 auf die Grindelallee zurück.

Ab 18.03.1946 wurde die lange Linie [33] geteilt, den Abschnitt Eidelstedt - Lombardsbrücke - Hauptbahnhof übernahm die neue Linie [3] und die [33] fuhr ab Lange Mühren nach Harburg.

Ab 01.08.1948 dann folgende Änderungen: Die [3] wurde durch die Innenstadt geführt, sie nahm der [22] die Bedienung von Wandsbek fort. Die neue [9] von Bramfeld übernahm die Strecke der [28] zum Flughafen. Linie [33] begann von 9:00 bis 17:00 schon am Sievekingsplatz.

Ab 22.08.1948 fuhren [3] und [18] "spät" nicht mehr über Dammtor, sondern in St. Pauli über H.-Hoyer-Str und Baumwall. Die [3] kehrte aber "spät" schon am 11.10.1948 auf ihre Tagesroute zurück.

Ab 01.11.1950 gab es dann wieder Nachtbetrieb auf der [3], [6], [12] und [33]. Auch die [18] fuhr nachts, aber über St. Pauli. Ab 01.05.1951 bediente Linie [6] die Kaiser-Wilhelm-Str und Mönckebergstr und verschwand so vom Stephansplatz - natürlich auch nachts. Am gleichen Tage wurde Linie [33] über Schulterblatt und Lappenbergsallee bis Langenfelde verlängert.

Vorerst als Verstärker der [22] nach Niendorf und der [16] zur Horner Rennbahn kam die [2] wieder am 28.10.1952 in das Spiel. Ab 05.05.1953 übernahm sie ganz den Job der [22], diese Linie wurde eingestellt. Am gleichen Tag wurde die [33] wieder geteilt, eine [13] übernahm dem Betrieb über Lappenbergsallee und die [33] endete Sievekingsplatz, abends, sonntags und nachts Lange Mühren. Zur Verstärkung begleitete die [13] die [33] schon einmal in der HVZ nach Harburg.

Ab 17.05.1955 wurde die [33] ganz eingestellt und die Liniengruppe [11], [12] und [13] übernahm den Verkehr über Lombardsbrücke, die [12] dabei nach Rothenburgsort verlängert und [11] und [13] nach Harburg. Sowohl nachts als auch am Tage war jetzt die [13] ab St. Pauli nach Harburg unterwegs, die Strecke über Lappenbergsallee und Schulterblatt hatte die neue Linie [5] übernommen, die über Kaiser-Wilhelm-Str. in die Stadt gelangte..

Per 30.10.1956 wurde die [27] mit der [8] verkuppelt, daher fuhr die [8] einige Zeit mit der [9] über den Mittelweg zur Alsterchaussee.

Ab 29.10.1957 wurde Linie [2] nachts in die Innenstadt weitergeführt, die [18] fuhr nachts nicht mehr über St. Pauli, sondern die Rothenbaumchaussee entlang nach Eppendorf. Den Nachtservice nach Billstedt gab die [12] jetzt auf und überließ ihn der [7] von St. Pauli über Steinwege und Mönckebergstr. 

Nur kurz fuhr die [12] wieder nach Rothenburgsort, ab 10.05.1959 wurde die Liniengruppe [11] bis [13] auf die Linie [11] "konzentriert". Auch die [8] konnte verkürzt werden, ihren Farmsen-Teil übernahm die in Jenfeld angeblich entbehrliche [16] und die [8] fuhr wie früher die [27] von Alsterchaussee nach Altona. 

Linie [11] war ab 02.11.62 nachts über die Steinwege und Mönckebergstr unterwegs, ab 27.10.1963 generell über Kaiser-Wilhelm-Str. Damit waren G.-Fock-Wall, Esplanade und Lombardsbrücke ohne Straßenbahn.

Die Verstärker der [2] waren ab 27.10.1963 auf dem Niendorfer Ast unter dem Signal [4] unterwegs. Es war aber eigentlich keine eigene Linie, sondern nur Augenwischerei.

Weitere Vereinfachungen: Ab 22.05.1966 pausierte die [18] nachts, ab 02.01.1967 wurden [3] und [16] unter einer Linienbezeichnung [3] zusammen gefasst. Und am 30.05.1969 stellte die HHA die Linie [18] ganz ein.

So agierten Ende 1969 am Dammtor noch die [2] mit [4], die [3] und die [9]. Nachts waren [2] und [3] unterwegs.

Ab 30.05.1970 kein Nachtbetrieb der Straßenbahn, ab 28.05.1972 verschwand die Kennung [4], ab 03.06.1973 wurde die [3] eingestellt, ab 25.05.1974 die [9]. Nur die [2] hielt sich bis zuletzt zum 30.09.1978.

Horst Buchholz * 09.09.2008 bis 12.09.2008
(Linienskizzen Verfasser)  

Die große Kehrschleife auf der Moorweide am Dammtor (ab 26.03.1963), die während der Endphase des Straßenbahnbetriebes ein Kehren aus allen Richtungen ermöglichte. Befahren wurde sie gegen den Uhrzeigersinn.