1903 - Eine Schwebebahn als Alternative

Mit dieser umfangreichen Denkschrift (online sichtbar sowohl im Bestand der Staats- und Universitätsbibliothek in Hamburg als auch bei www.schwebebahnmuseum.de) warb die Nürnberger Continentale Gesellschaft für elektrische Unternehmungen nach Bewerbungen 1894 und 1899 noch einmal nachdrücklich für die Errichtung einer Schwebebahn in Hamburg. Inzwischen hatte die 1901 eröffnete Schwebebahn in Wuppertal ihre Betriebstauglichkeit bewiesen. Neben den verkehrstechnischen Gesichtspunkten stellte die genannte Denkschrift aber auch die ästhetische Wirkung der Bahn im Stadtbild ausführlich vor (siehe dort)

Wesentlicher Gesichtspunkt für die Linienführung der Bahn war die Überlegung, die Strecken als Radiallinien von der "City" in die Vororte zu führen statt einfach nur im Kreis um die Stadt zu fahren. Besonders der Abschnitt Barmbek-Eppendorf durch freies Gelände wurde bemängelt. Daher wurden in dieser Denkschrift auch die bisherigen Planungen einer kritischen Betrachtung unterzogen und außerdem durch ein zusätzliches Gutachten unterfüttert, das die Zweckmäßigkeit der Schwebebahn noch einmal betonte.

Auch wenn vorerst nur eine der der beiden Linien zwischen Schlankreye und Deichtor zu bauen wäre, so war doch die Verkehrsprognose auf eine doppelte Verbindung beider Punkte angelegt. Denn jede Linie sollte im Außenbereich nur eine Verzweigung aufweisen, damit auf allen Ästen ein Verkehr von je 5 Minuten möglich wäre - auf der gemeinsamen Stammstrecke war alle 2 1/2 Minuten ein Zug vorgesehen.

Bereits die erste Ausbaustufe der Schwebebahn sollte auch die Verkehrsbeziehungen möglich machen, für die dann die Ringlinie der Hochbahn gebaut wurde und deren Zweiglinien nach Eimsbüttel und Rothenburgsort. Lediglich der Verkehr nach Ohlsdorf sollte zuerst der Reichsbahn überlassen werden mittels der bei Hasselbrook abzweigenden Strecke, aus der später die Hamburger S-Bahn wurde. Eine Verbindung Barmbek - Winterhude durch unbebautes Gelände wurde als überflüssig angesehen. In einer zweiten Ausbaustufe (siehe untere Graphik) käme eine zweite abkürzende Linie Deichtor - Schlankreye hinzu, die dann einerseits den Anschluss weiterer ins Umland führender Linien möglich machen würde und auch die Stadtteile östlich der Alster bediente.